Das Burgenland: Nomen est omen?

Im äußersten Osten der Alpenrepublik gelegen, an der Grenze zu Ungarn, lockt das Burgenland jedes Jahr zahlreiche Besucher an und natürlich interessieren sich diese in erster Linie für die imposanten Ruinen, Schlösser, Festungen der Region. Hier lässt sich Geschichte und architektonische Tradition hautnah erleben und wer beispielsweise eine Tour plant, kann durch das Mittelalter wandern, während zugleich selbstverständlich auch jede einzelne Attraktion im Burgenland ihren Reiz hat.

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Burg Forchtenstein und der Graf Dracula

Der Balkan ist nicht weit weg und so auch die Mythen Südosteuropas, was auf der österreichischen Burg Forchtenstein sichtbar wird. So hängt an einer der Wände dieses Gemäuers ein Gemälde des berühmten Grafen Vlad Tepes III., den Kenner natürlich unter seiner Bezeichnung Dracula mit zahllosen Schauergeschichten in Verbindung bringen. Beeindruckend ist hier auch der Gang durch die Ahnengalerie, es finden sich Möbel und jede Menge Wandprotz und Prunk aus dem Barock. Dazu kommt die bestechend faszinierende Schatzkammer selbst, die auf Forchenstein zum Beispiel Exponate aus Elfenbein beinhaltet, kostbare Uhren und Stücke zur Völkerkunde wie aus der heimischen Flora und Fauna. Auch werden viele Waffen gezeigt, schließlich hatte das Fürstenhaus Esterhazy dafür eine besondere Passion.

Die Burg Schlaining und das europäische Museum für Frieden

Ebenfalls im Burgenland und genauer gesagt in Stadtschlaining gelegen befindet sich diese Burg und Besucher können sich auf ein besonders aufwendig restauriertes und interessantes Gemäuer freuen. Gebaut im 13. Jahrhundert lag die Burg an einer wichtigen Verkehrsader des Mittelalters, es folgten zahllose Besitzer und Burgherren und im 19. Jahrhundert stand die Festung unter ungarischer Verwaltung. Ausgestattet mit Burggraben, Portal, Kapelle und einer sehr interessanten Sammlung zur Volkskunde laden Besucher zum Entdecken ein.

Besonders erwähnenswert ist zudem der Umstand, dass im Keller wie in den Obergeschossen eine Dauerausstellung über Kriege und Konflikte zu sehen ist, das verleiht der Burg Schlaining zudem den Titel, mit einem Friedensmuseum gesegnet zu seyn und es fanden hier schon internationale Tagungen zum Thema Friedenssicherung statt.

Alt und berühmt: Die Burg Güssing

Seit 1157 schon thront dieses imposante Bauwerk über dem Örtchen Güssing im Burgenland und damit ist die Festung die älteste ihrer Art in der Umgebung. Dazu kam es hier im späten Mittelalter zur Hochpolitik, wurde doch vor Ort der Kaiser Friedrich III. zum ungarischen König gewählt – in direkter Auseinandersetzung zum eigentlichen Monarchen Matthias Corvinus! Vom Bergfried aus romanischer Zeit bis zu den eindrucksvoll sanierten Treppen und Höfen der Hochburg finden sich hier einmalige Motive und für eine Rundgang sollte man ein paar Stunden einplanen. Die hiesigen Güssinger Burgspiele erinnern seit Mitte der 90er Jahre an die reiche ungarische Tradition der Burg Güssing.