Ein Ausflug in eine lange Geschichte

Wer die Burg Klammstein besucht, der sollte sich natürlich auch mit deren Geschichte beschäftigen, schließlich ist das Gemäuer fast 1000 Jahre alt und beherbergte Ritter, Edelleute, Bischöfe und andere hochgestellte Persönlichkeiten. Auch die eigentliche Baugeschichte ist sehr spannend, diente das Bauwerk doch ähnlich wie die Pyramiden in Gizeh späteren Generationen als Steinbruch, immer wieder wurden Mauern niedergebrochen und Kalkstein fortgeschleppt. Die heutige Gestalt der Ruine ist das Ergebnis aus historischer Perspektive und Machtstreben, zugleich aber auch ein Beispiel für banales Ausschlachten eines im Laufe der Zeiten vergessenen Mythos.

Das Hochmittelalter setzt die Grundpfeiler

Der Burgenbau war in ganz Europa trendy im Hochmittelalter und diese Mischung aus weltlichem Bistumsdenken und strategischer Positionierung folgte natürlich auch das hiesige Gasteiner Tal. Die ansässigen Sieghartinger Grafen erbauten Klammstein als Burg und von hier aus regierten die späteren Peilsteiner, bis schließlich Ludwig von Bayern als Herzog in den Besitz der Gegend kam. Besitzerwechsel durch verschiedene Veränderungen im Reich waren die Regel, es wurde gekauft, geerbt und wohl auch betrogen, was die bewegte Geschichte der Burg Klammstein nur noch spannender macht.

Im späten Mittelalter war wiederum der Klerus vor Ort prägend. Das Erzbistum beutete Metalle in der Gegend aus und von der Burg aus wurde beispielsweise die Gerichtsbarkeit für das Umland betrieben. Die vom Klerus dafür eingesetzten Pfleger sind für das vollständige 15. Jahrhundert namentlich belegt.

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Der Verfall setzt ein – und der Raubbau!

Schon zum Ende des 16. Jahrhunderts wurde die Burg Klammstein nicht mehr genutzt, das Zeitalter der Burgen und deren Bedeutung gingen zu Ende. Es wurde nichts mehr erneuert, das Holz faulte, die Steine bröckelten bis in das Gasteinertal hinab. Schließlich wurden die Außenmauern entfernt und erst im 18. Jahrhundert machte das Gemäuer von sich reden, dieses Mal allerdings als Steinbruch für nahegelegene Kalkbrennereien.

Die Erfassung im 19. Jahrhundert beschreiben noch einen Turm von etwas mehr als 8 Meter Höhe und das Mauerwerk umfasste etwa 1,75 Meter im Durchmesser. Aus der Burg Klammstein war die Ruine geworden und erst später entschloss man sich zu Restaurierungen, jedoch keinesfalls zum Wiederaufbau und der heutige zweifellos pittoreske Charakter ist gerade dem bloßen Erhalt, weniger einer echter Sanierung zu verdanken. Die historische Ausstrahlung und bewegte Geschichte der Burg Klammstein lässt sich vor Ort vorzüglich besichtigten und das einmalige Flair lockt Gäste aus aller Welt.